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  • Andrea Linzer

Wie ich meine Angst überwunden habe ...


Ich bin gerade so richtig stolz auf mich, deshalb möchte ich euch heute eine persönliche Geschichte aus meinem Leben erzählen.

Obwohl ich, so wie wohl alle jungen Mädchen, immer davon geträumt habe, einmal auf einem großen, elegant anmutenden Pferd über die Wiese zu reiten, hatte ich bis vor ein paar Wochen riesige Angst vor Pferden.

Dieser Traum schien für mich mit ca. 17 Jahren aber gleich nach der 2. Reitstunde vorbei zu sein. Mein damaliges Pferd verfiel damals in Kampfstimmung, als ein anderer Reiter gerade in unsere Richtung trabte. Er bäumte sich immer wieder unter mir auf, wieherte fürchterlich, schlug aus und rannte wie verrückt in den Stall. In meiner Panik sprang ich damals vom Pferd, lief ins Haus des Besitzers und hielt voller Angst die Tür von innen zu.

Obwohl mich mein damaliger Reitlehrer sofort wieder auf's Pferd "zwang" (er meinte, damit ich meine Angst ablegen kann) verzichtete ich freiwillig auf eine 3. Reitstunde.

Meinen Traum hing ich an den Nagel. Zu groß war meine Angst vor der Mächtigkeit dieser Tiere.

Im Laufe der Jahre bekam ich auch Angst vor Kühen wie auch vor Hunden. Es wunderte mich zwar, denn als Kind war ich, wenn wir unsere Verwandten am Bauernhof besuchten, im Kuhstall und im Schweinestall zu Hause.

Meine immer größer werdende Panik vor diesen Tieren konnte ich mir aber nicht erklären.

Schließlich bekannte ich mich dazu, einfach kein Tierfreund zu sein.

Bis vor ein paar Wochen.

Eine Freundin lud mich zu einem Springturnier ein, bei dem ihre Tochter mit ihrem eigenen Pferd mitmachte.

Schon beim Zusehen aus sicherer Entfernung merkte ich, wie sich meine Bewunderung für dieses Zusammenspiel von Tier und Mensch wieder in mir regte. Aus reiner Höflichkeit und weil ich auch die Begeisterung und Freude meiner Freundin und deren Tochter mittragen wollte, ging ich schließlich mit in den Stall.

Dieses mächtige, imposante Tier war wunderschön und faszinierte mich auf der einen Seite, auf der anderen Seite spürte ich wieder diese lähmende Angst in mir hochsteigen. Übergroß und mächtig stand es da vor mir.

Trotzdem wollte ich es probieren und es gelang mir, durch die Gatterstäbe hindurch den für mich riesigen Schädel zu streicheln.

Alleine diese Berührung löste in mir wieder den Wunsch aus, mich meiner Angst zu stellen und mich in die Box hinein zu wagen.

Doch der "Hosenscheisser" in mir siegte.

Wochen später fiel mir eine Veranstaltung in die Hände: "Aufstellung mit Pferden".

Da ich ja nun selbst Aufstellungen leite, schien mir diese Variante so interessant, dass ich mich spontan dazu anmeldete. Natürlich gab ich sofort bei meiner Anmeldung bekannt, dass ich mich aber vor Pferden fürchte und trotz "Du brauchst keine Angst zu haben, das sind nur friedliche Tiere! Sie zeigen nur etwas von dir auf!", hatte ich ein sehr mulmiges Gefühl, als ich dort ankam.

Eine eingezäunte Wiese bildete den Aufstellungsraum. Drei Pferde, ein Hund, eine Katze und einige andere Menschen bewegten sich dort völlig frei und ungezwungen.

Ich saß während der ersten Aufstellung als Zuschauer ganz am Rand des Zauns und beobachtete. Die Pferde schienen nur Interesse an der saftigen Wiese zu haben. Das beruhigte mich ein wenig.

Blos, als eines davon bis auf ca. 1,5 Meter Abstand zu mir kam, beschlich mich wieder dieses lähmende Angstgefühl und ich überlegte, wie ich wohl am schnellsten Weg durch den Zaun nach draußen kommen würde. Doch Gott sei Dank schlug das Pferd wieder eine andere Richtung ein.

Nachdem die erste Aufstellung vorbei und eine kurze Pause angesagt war, stand ich nun da und beobachtete die Pferde vor mir.

Plötzlich kam der Impuls in mir hoch: "Geh hin und berühr das Pferd!"

Ich sprach laut vor mich hin: "Ich muss da jetzt hingehen" und schlug das Angebot der Aufstellungsleiterin, die mich begleiten wollte, mit den Worten: "Ich muss das allein tun!", aus.

Ich kann das Gefühl gar nicht mit Worten beschreiben, als ich so ganz eng neben dem Pferd stand und es streichelte.

Die Angst verflog wie durch einen Zauber und ich war ganz ruhig.

Das Pferd muss wohl meine Angst gespürt haben, denn es blieb auch ganz ruhig und fraß genüsslich sein Gras weiter und tat so, als würde gar nichts geschehen.

Ab diesem Zeitpunkt war ich frei! Ich genoss die nächste Aufstellung und bemerkte die Pferde in ihrer Rolle nur mehr als Helfer, weil sie spontan auf Gefühle der Menschen reagieren. Ich hatte zum Beispiel in einer Stellvertreterrolle unheimliche Wut. Noch bevor ich es verbal ausdrücken konnte, stieß das Pferd hinter mir energisch einen Sessel um.

Normalerweise wäre ich schon geflüchtet, aber ich reagierte ganz gelassen -

es war ein unglaubliches Gefühl der Freiheit und Erleichterung!

Dass sich die Tiere dann in meiner eigenen Aufstellung in den Stall zurückgezogen haben, hat mir nur noch aufgezeigt, dass es für mein Thema nicht mehr notwendig war, anwesend zu sein.

Es ging um meine eigene Macht!

Macht war etwas, wovor ich mich gefürchtet hatte, weil sie immer missbräuchlich eingesetzt worden war. Immer hatte jemand anderer Macht über mich gehabt.

Egal, ob ich meinen Eltern oder Erziehern zu gehorchen hatte, oder ein Lehrer mich abgeurteilt, mein Chef über mich bestimmte oder ich mich in eine abhängige Beziehung begeben hatte. Ich dachte, ich wäre zu klein, zu dumm, zu wenig gut, zu wenig intelligent, zu wenig für einfach alles.

Ich erkannte in diesem Augenblick, dass ICH SELBST die Macht über mich anderen überlassen hatte.

Diese "mächtigen" Pferde hatten mir also auf der unbewussten Ebene mein eigenes Thema mit Macht und Machtmissbrauch präsentiert. Das war der Zusammenhang! Nun konnte ich mich von diesen negativen Gefühlen und Gedanken befreien!

Ich erkannte, dass Macht auch dazu dienen kann, jemandem in seine EIGENMACHT zu verhelfen!

In meine eigene und in meinem Beruf als psychologische Beraterin auch den Menschen, die sich von der Macht anderer abhängig fühlen.

Pferde werden wohl künftig in meinem Leben eine lehrende und weise Rolle einnehmen.

Ich habe meine Angst überwunden! Langsam und in meinem Tempo, aber doch!

Ich denke, wenn der Impuls aus unserem Inneren kommt, ist es Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Nicht vorher und nicht nachher. Es geht darum, seinem EIGENEN inneren Impuls zu vertrauen und niemand anderer kann dir sagen, wann das ist. Nur DU selbst! Dann nämlich ist der nächste Schritt immer kraftvoll und die Lösung ganz nah!

Mit dieser persönlichen Geschichte möchte ich euch Mut machen, euren Impulsen zu vertrauen, aber auch, dass es möglich ist, Ängste zu überwinden!

Wenn du nun den Impuls spürst, dass es Zeit ist, dein persönliches Thema anzugehen und einen Schritt auf eine Lösung hin zu wagen, bin ich gerne für dich da!

~ ©Andrea Linzer ~

Psychologische Beratung, Familienaufstellung,

Klangmassage-Ausbildung

* www.innereHarmonie.at *

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Andrea Linzer
 

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