Der Körper weiß mehr, als der Kopf versteht …
Manchmal weiß der Körper mehr, als unser Kopf versteht … Eine wahre Aufstellungsgeschichte
Vor einiger Zeit saß eine Frau in meinem Stuhlkreis bei der Aufstellungsrunde. Sie war ungefähr sechzig Jahre alt.
Sie erzählte mir, dass sie sich eigentlich nach Nähe sehnte. Nach einer liebevollen Partnerschaft, nach Verbundenheit, nach Menschen, bei denen sie einfach sie selbst sein konnte.
Und gleichzeitig passierte immer wieder etwas, das sie selbst nicht verstand:
Sobald ihr jemand wirklich nahekam, zog sich in ihr alles zusammen.
Die Freundin. Der Partner. Menschen, die sie eigentlich gern hatte.
Es war, als würde sich in ihrem Inneren eine Tür schließen – ganz automatisch.
Wir begannen die Aufstellung ganz vorsichtig. Stellvertreterinnen und Stellvertreter fanden ihren Platz. Für sie selbst, für ihre Eltern. Schon bald zeigte sich, dass da jemand fehlt, also stellte ich die Frage:
„Gab es in deiner Familie jemanden, der sehr früh gegangen ist?“
Sie wurde still.
Dann erzählte sie von ihrer Schwester.
Sie waren vier Jahre auseinander gewesen und als Kinder unglaublich eng miteinander. Sie beschrieb sie als ihre „Zwillingsseele“.
Doch dann geschah etwas, das ihr Leben für immer veränderte:
Ihre Schwester nahm sich das Leben.
Plötzlich. Unbegreiflich. Viel zu früh.
Meine Klientin war damals noch ein Teenager.
Und während die Erwachsenen selbst mit ihrem Schock und ihrer Trauer kämpften, blieb die junge Heranwachsende mit seinem Schmerz ganz allein.
Dann stellten wir die Schwester auf.
Und in diesem Moment begann meine Klientin zu zittern.
Sie schaute ihre Schwester an und sagte:
„Ich möchte so gern zu dir, aber wenn ich hingehe,
dich umarme und dir nah bin, verliere ich dich wieder.“
Dieser Satz berührte mich und alle im Raum sehr.
Denn plötzlich wurde etwas spürbar, das vielleicht über Jahrzehnte in ihr gewirkt hatte.
Tief in ihrem Körper.
Unbewusst hatte sie tief in ihrem Körper und ihrer Seele Nähe mit Verlust in Verbindung gesetzt.
Ihr junges Ich hat damals gelernt:
Wenn ich jemanden ganz nah an mich heranlasse, verliere ich ihn wieder und ich will diesen Schmerz nie mehr spüren.
Und so wurde Distanz zu einem Schutz.
Nicht, weil sie keine Liebe wollte.
Ganz im Gegenteil.
Gerade, weil sie so tief lieben konnte.
Die Stellvertreterin ihrer Schwester durfte noch einmal zu ihr sprechen.
Und meine Klientin konnte ihr endlich sagen, was so lange keinen Platz gehabt hatte.
Am Ende konnte sich die Klientin selbst an ihren eigenen Platz stellen und zu ihrer Schwester sagen:
Du bist meine Schwester.
Dein Schicksal gehört zu dir.
Du bist tot und ich lebe.
Ich darf mein Leben weiterleben.
Vielleicht ist genau das einer der berührendsten Momente in einer Aufstellung:
Wenn etwas, das uns jahrelang unbewusst begleitet hat, plötzlich gesehen werden darf.
Und wenn der Körper ein kleines Stück weniger festhalten muss.
(Name und persönliche Details wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.)
Warum ich dir diese Geschichte erzähle
Ich möchte in meinen Newslettern künftig öfter solche Geschichten mit dir teilen.
Nicht, um dir zu sagen, was deine Geschichte sein könnte.
Sondern um dir zu zeigen, dass du mit deinen Fragen, deinen Ängsten, deinen Beziehungen oder deinem Gefühl, immer wieder an derselben Stelle festzustecken, nicht alleine bist.
Du musst auch nicht wissen, was bei einer Aufstellung „herauskommen“ soll.
Du darfst einfach mit dem da sein, was gerade ist.
Vielleicht gibt es etwas in deinem Leben, das du schon lange verstehen möchtest.
Vielleicht möchtest du eine Beziehung anschauen. Ein Gefühl, das immer wiederkehrt. Eine Trauer, die noch keinen Platz gefunden hat. Oder einfach besser verstehen, warum du in bestimmten Situationen immer wieder ähnlich reagierst.
Du musst nichts können. Du musst nichts vorbereiten. Du darfst einfach neugierig sein. Ich (beg)leite dich.
Wenn du spürst, dass eine Aufstellung dich interessieren könnte, bist du herzlich eingeladen, einmal dabei zu sein – als Stellvertreterin oder Stellvertreter oder mit deinem eigenen Anliegen.
Meine Aufstellungsabende finden 1 x im Monat - immer Freitags im Hotel CAFE Simon in 7431 Bad Tatzmannsdorf, Jormannsdorferstraße 15, statt.
Alle aktuellen Termine findest du auf meiner Webseite:
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas sichtbar werden zu lassen, das schon lange in dir darauf wartet, gesehen zu werden.
Wenn du Fragen hast oder neugierig geworden bist, melde dich gerne bei mir. Ich freue mich auf dich und auf unsere Begegnung!
Herzlichst
Deine Andrea




































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