Hypochondrie mit 17 – und was wirklich dahinter lag.
- Andrea Linzer
- 14. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Eine 17-jährige Jugendliche kommt in meine Praxis. Nennen wir sie Julia.
(Namen, Orte, etc. zum Schutz meiner Klientin geändert)
Sie setzt sich mir gegenüber und erzählt mir fast entschuldigend, sie sei hypochondrisch. Jeden Tag habe sie Angst, schwer zu erkranken, sich anzustecken oder plötzlich zu sterben. Die Angst begleite sie vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Ihr Körper sei ständig in Alarmbereitschaft. In der systemischen Arbeit nach Hellinger wissen wir: Ängste dieser Art sind oft keine Fehlfunktionen der Psyche, sondern Akte tiefer, unbewusster Liebe.
Auf meine Nachfrage kam die entscheidende Wahrheit ans Licht: Vor Julia gab es eine andere. Eine Schwester, die abgetrieben wurde. Das Unglaubliche dabei: Julia erhielt denselben Namen wie das Kind, das nicht sein durfte.

Die Dynamik: "Ich folge dir nach"
Systemisch betrachtet war Julia mit der verstorbenen Schwester identifiziert. Wenn ein Kind den Platz eines verlorenen Geschwisterkindes einnimmt – sogar dessen Namen trägt – entsteht eine gefährliche Verstrickung. Unbewusst sagt die Seele des lebenden Kindes: „Ich darf nicht wirklich hier sein, wenn du gehen musstest. Mit welchem Recht lebe ich weiter?" Die Angst zu sterben war in Wahrheit die tiefe Verbindung zu der Schwester, die bereits im Tod war.
Die Lösung im inneren Bild (Zur Erklärung des "inneren Bildes": die Klientin schließt die Augen und lässt vor ihren inneren Augen das Bild der Schwester hochkommen). Wir stellten Julia und ihre tote Schwester im inneren Bild gegenüber. Zuerst herrschte erst mal Stille. Doch dann wurde der Schmerz langsam spürbar. Julia durfte ihre Schwester zum ersten Mal wirklich sehen und sie beweinen. Die tiefe Sehnsucht, die Julia jahrelang als "Krankheitsangst" missverstanden hatte, durfte sich nun als Geschwisterliebe zeigen.
Wir vollzogen die heilenden Schritte der systemischen Ordnung:
Anerkennung: Julia sah die Schwester an und sagte: „Du bist die Erste, ich bin die Zweite. Du bist tot und ich lebe. Und ich lebe dir zur Freude und bleibe noch, solange ich darf.
Würdigung: Wir versicherten der Verstorbenen, dass sie nicht vergessen ist. Sie erhielt ihren rechtmäßigen Platz im Herzen der Familie.
Trennung in Liebe: Julia gab das Schicksal der Schwester dorthin zurück, wo es hingehörte – zu den Eltern und zu ihrem eigenen Schicksal.
Die Befreiung
Es war ein bewegender Moment. Julia atmete mit jedem lösenden Satz spürbar auf. Es war, als würde ein schwerer, grauer Schleier von ihr abfallen. Der Satz: "Liebe Schwester, ich bleibe noch ein bisschen hier und du ruhst in Frieden", gab ihr schlussendlich die Erlaubnis, endlich ihr eigenes Leben zu leben – in voller Gesundheit.
Als sie die Praxis verließ, war das Strahlen in ihren Augen das deutlichste Zeichen: Die Lebensenergie, die zuvor in der Bindung an den Tod gebunden war, stand ihr nun für ihre Zukunft zur Verfügung. In drei Wochen möchte sie wiederkommen.
Und ich bin selbst gespannt, was sich bis dahin in ihrem Erleben, in ihrem Körper und in ihrem Leben verändert haben wird.
Meine Einladung an Dich
Trägst auch du eine Last, die sich trotz vieler Versuche nicht lösen lässt? Oft liegen die Wurzeln tiefer, als unser Verstand reicht – in den unbewussten Bindungen unserer Familiengeschichte.
Wenn du bereit bist, deine Themen in einem geschützten, diskreten und absolut vertraulichen Rahmen anzuschauen, lade ich dich herzlich ein. Gemeinsam finden wir den Platz, an dem die Liebe wieder fließen kann und das Leben leicht wird.
Terminvereinbarung unter der TelNr.: 0664-9252239
oder per Email an: zentrum@innereharmonie.at
Alle Termine für AUFSTELLUNGEN in der GRUPPE findest du hier unter AKTUELLES!
Manchmal braucht es nur einen Blick an den richtigen Platz, damit das Leben wieder frei fließen kann.



































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